Fernsehen über Kabelanschluss (Vodafone*)
Standard:
DVB‑C
* Dieser Artikel befasst sich in großen Teilen mit Anschlüssen des Betreibers Vodafone. Die technischen Beschreibungen gelten möglicherweise nicht für Anschlüsse anderer Betreiber, die es in einigen Regionen Deutschlands gibt! Bitte beachte dazu den Hinweis im letzten Textabsatz.
Die mit Abstand meisten in deutschen Wohnungen verbauten Kabelanschlüsse werden von Vodafone versorgt. Das liegt daran, dass die ursprünglich von der damaligen "Deutschen Bundespost" betriebenen Kabelanschlüsse vor Jahrzehnten im Zuge der Privatisierungen verkauft werden mussten und der Konzern diese Kabelnetze von den zwischenzeitlichen Besitzern Kabel Deutschland, ish, iesy und Kabel BW erworben hatte. Damit gingen auch großflächige Versorgungsverträge ganzer Siedlungen mit der Wohnungswirtschaft einher und das brachte dem Unternehmen sichere pauschale Einnahmen.
Seit Mitte 2024 gibt es aber das so genannte "Nebenkostenprivileg" nicht mehr. Damit dürfen Vermieter die Kosten für den Kabelanschluss nicht mehr wie früher auf ihre Mieter umsetzen. Somit müssen diese nicht mehr doppelt zahlen, wenn sie sich für eine Alternative zum Kabelempfang entscheiden, und dafür gibt es viele gute Gründe. In der Praxis entsteht dadurch eine kuriose Situation, denn die unverschlüsselten TV‑Signale liegen meist auch ohne Vertrag an, weil sie technisch nicht so einfach aus der Ferne abgeschaltet werden können. Sie dürfen jedoch nicht einfach kostenlos verwendet werden, dazu gleich mehr.
Wer bei seinem gewohnten Kabelempfang bleiben will und den TV‑Empfang nicht bereits ausdrücklich vereinbart hat (z. B. in einem Internetvertrag), muss einen eigenen Vertrag über die Versorgung mit Vodafone Kabel‑TV abschließen. Das nennt sich "TV Connect" und kostet meist um die 10 Euro pro Monat, abhängig von Vereinbarungen mit der Wohnungswirtschaft. Empfehlen können wir das allerdings nicht, denn mit einem solchen Vertrag kann man weiterhin nur unverschlüsselte Programme empfangen und somit stehen nur noch rund 80 TV‑Programme zur Verfügung, davon die großen Privatsender nur in veralteter
SD-Qualität. Hinzu kommt im Vodafone-Kabel eine Qualitätsbeschränkung auf den
Plattformstandard. Was und warum das so ist, steht in unserem Glossar.
Wer dagegen in der Wohnung anliegende TV‑Signale einfach "kostenlos" guckt, macht sich der "Erschleichung von Leistungen" schuldig und riskiert möglicherweise Schadenersatzansprüche. Inwieweit das in der Praxis entdeckt oder gar geahndet würde, steht sicherlich auf einem anderen Blatt. Zudem könnte das Signal jederzeit abgeklemmt bzw. gefiltert werden, wenn Vodafone das personell und zeitlich realisieren kann und will. Das kann jedoch nur einzeln vor Ort gemacht werden.
Fazit: Da dieser Weg für den TV‑Empfang qualitativ wie quantitativ nicht mehr konkurrenzfähig und einzeln gebucht schlicht zu teuer ist, empfehlen wir statt dessen einen Blick auf die Empfangsart Internet‑TV. Hier gibt es eine große Auswahl an Anbietern und Tarifen, sehr oft mit den Privaten in
HD‑Qualität, deutlich mehr Programmen und weiteren attraktiven Extras. Und für den
Radioempfang dürfte ein überall einsetzbares DAB+‑Radio sinnvoller sein, als ein gesondertes Gerät nur für den Kabelempfang zu kaufen.
Hinweis: In einigen Regionen Deutschlands gibt es auch andere Kabelnetzbetreiber. Für sie gelten die hier beschriebenen technischen Beschreibungen so möglicherweise nicht. Ob das bei dir so ist und wer dein Wohnhaus konkret versorgt, kann nur der Vermieter bzw. Verwalter vor Ort beantworten. Sollte dein Zuhause bereits mit einem
Echten Glasfaseranschluss (FTTH) versorgt werden, dann liegen ganz andere Gegebenheiten vor. Ein solcher Anschluss ist nicht mit einem klassischen Kabelanschluss vergleichbar! Mehr dazu findest du im Bereich Online & Telefon.