Webradio-Geräteratgeber

Klar kann man einfach einen Radiostream auf dem Smartphone laufen lassen und dieses per Bluetooth mit einer geeigneten Lautsprecherbox oder modernen Stereoanlage verbinden. Wenn irgendwann aber die Musik nervt und du auf einen anderen Sender umschalten möchtest, dann will das Phone meist erst wieder entsperrt werden, bevor etwas bedient werden kann. Womöglich stellst du dann fest, dass dein nächster Wunschsender gar nicht auf der geöffneten App ist. Also zurück, eine andere App öffnen, die wieder etwas anders bedient werden will. Wirklich komfortabel ist das nicht.

Da wäre ein gutes stationäres Radio zu Hause doch praktischer. Es hat seinen festen Standplatz, eingebaute Lautsprecher und ein Display das nicht immer wieder aus geht. Es muss nicht regelmäßig aufgeladen werden und es kann jederzeit mit der Fernbedienung ein‑ und umgeschaltet werden. Du hast schon eine gute Audioanlage, aber die kann kein Internetradio? Dann muss es gar kein komplettes Radio sein, denn dafür gibt es Radioadapter zum Aufrüsten. Das sind eigentlich auch komplette kleine Radiogeräte, nur ohne Lautsprecher. Sie werden einfach als Zuspieler an die vorhandene Anlage (oder an ein Paar Aktivboxen) angeschlossen.

Allerdings liest man immer mal wieder davon, dass Internetradios manchmal den Dienst versagen, weil ein Verzeichnis­dienst seinen Service geändert oder eingestellt hat. Daher sagen manche, das Smartphone sei das bessere Radio, nur eben unpraktisch. Und in der Tat hat auch der Autor schon Geräte ausprobiert und sofort wieder zurück geschickt, wenn die sich mehr als Frustkiste denn als praktisches Allroundradio präsentiert haben. Leider gibt es in der Vielfalt am Gerätemarkt auch manch schlechte Lösung.

Mit ein bisschen Mühe lassen sich schwarze Schafe aber recht gut entlarven. Wir wollen natürlich unparteiisch sein und keine konkreten Empfehlungen abgeben. Dafür sind die Bedürfnisse jedes einzelnen ohnehin zu unterschiedlich. Wir können aber ein paar praktische Tipps geben, wie du dein Wunschgerät direkt nach dem Kauf checken solltest, damit du keinen Fehlkauf tätigst und möglichst lange Freude daran hast. Der deutsche Portalbetreiber Airable listet Hersteller auf (deutscher Text weiter unten auf der Seite), die mit dem Dienst zusammenarbeiten.

Schon vor dem Kauf kannst du auf vier Dinge achten, damit nicht später Frust aufkommt. Das Gerät sollte auch DAB+‑Empfang als Alternative haben, um nicht zwingend auf Internetradio angewiesen zu sein und es sollte ein gut ablesbares Display beinhalten. Größere Stand‑Alone‑Geräte sollten Stereo­lautsprecher mit einem möglichst großen Volumen für vollen Klang aufweisen, am besten sogar mit einer Bassreflexöffnung auf der Rückseite. Dort sollte ein stationäres Gerät zudem nicht mit Anschluss­buchsen geizen.


Beispiele für wünschenswerte Anschlussbuchsen an der Rückseite eines Digitalradio‑Standgerätes.
Nur eine der beiden Varianten für eine externe Antenne wird benötigt.

Egal ob du dich für ein relativ großes Standgerät mit Lautsprechern, einen Tunerbaustein für den vorhandenen HiFi‑Turm in Rastermaßbreite, einen Radioadapter zum Nachrüsten, eine Lautsprecherbox mit eingebauter Radiofunktion oder ein kleines Reise‑Portable entscheidest: Den Kauf solltest du unbedingt im Onlinehandel tätigen, denn nur so hast du das garantierte 14‑tägige Rückgaberecht für den Fall, dass der nachfolgende Test misslingt.

Nachdem du deine Neuanschaffung in Betrieb genommen und mit deinem WLAN oder über ein Ethernetkabel verbunden hast, empfehlen wir dringend einen ausgiebigen Internettest. Dafür suchst du Stück für Stück die Stationen aus der nachfolgenden Liste und speicherst sie in der Favoritenliste des Gerätes. Grund: Es handelt sich um verschiedene Anbieter, keine absoluten Mainstream‑Sender, aber doch Angebote, die schon eine Weile existieren und verschiedene Hörer­gruppen ansprechen. Ein gutes Gerät mit einem brauchbaren Verzeichnisdienst sollte diese Programme finden.

Testliste für Internetradios

  • FFH Eurodance (Bad Vilbel/Hessen)
  • 90s90s Dance (Kiel/Schleswig‑Holstein)
  • Scooterfan Radio - laut.fm (Germany)
  • 1000 Melodien - laut.fm (Konstanz/Baden‑Württemberg)
  • R.SA Sachsen Maxis Maximal (Leipzig/Sachsen)
  • R.SA Sachsen 1000 Achtziger (Leipzig/Sachsen)
  • 80s80s Deutsch (Rostock/Mecklenburg‑Vorpommern)
  • 80s80s Italo Disco (Rostock/Mecklenburg‑Vorpommern)
  • Feierfreund NDW Party (Berlin)
  • Radio Bob! AC/DC Collection (Kassel/Hessen)
  • 181.fm Awesome 80s (Waynesboro/Virginia/USA)
  • 181.fm Smooth AC (Waynesboro/Virginia/USA)
  • Instrumentals Forever (Belgium oder Canada)
  • Lasse dir Zeit! Wenn dein Gerät eine direkte Namensuche bietet, dann nutze diese. Meist reicht schon eine Teileingabe und du siehst dann die in Frage kommenden Stationen. Falls das nicht geht, haben wir in Klammern die Herkunftsangaben der Sender aufgeführt und du kannst eine entsprechende Suche nach Orten/Regionen durchführen. Schon dabei bekommst du schnell ein Gespür, wie gut das Suchen und Speichern von der Hand geht. Bist du mit dem Speichern durch, dann rufe die Favoritenliste auf und probiere jeden Sender durch. Lasse die Station jeweils eine ganze Weile laufen (mehrere Titel lang), bevor du zum nächsten Programm gehst.

    Die Suchfunktion des Radios sollte dir jeden dieser Sender genau ein Mal in der Vorschlagsliste anzeigen. Jedes Programm sollte ohne jeglichen Aussetzer wiedergegeben werden. Der korrekte Sendername sowie Interpret und Titel sollten auf dem Display angezeigt werden. Vereinzelt kann es passieren, dass Angaben mal hängen, wenn es beim Anbieter ein Softwareproblem gibt. Das ist noch kein Grund zur Sorge. Das Gerät kann naturgemäß nur die Infos anzeigen, die es vom Anbieter erhält. Achte einfach bei den nächsten Stationen darauf.

    Falls du bei diesem Test Probleme feststellst, nicht alle Stationen aus unserer Liste findest, gleiche Sender mehrfach vorhanden sind, mehrere Programme bei der Wiedergabe Aussetzer haben oder du mit der Bedienung nicht zurecht kommst, dann wirst du mit dem Gerät nicht glücklich werden. Deshalb solltest es sogleich zurück schicken. Wenn aber alles geklappt hat, dann stehen die Chancen gut, dass du mit deiner Wahl lange Zeit gut Radio hören kannst, und das Smartphone bleibt dann frei für andere Dinge.

    Fazit: Ganz so einfach wie früher ist das mit den Radios heute sicher nicht mehr. Dafür sind Komfort und Auswahl schier grenzenlos, wenn man sich erst einmal damit beschäftigt hat. Das braucht Zeit, aber dann willst du es nicht mehr missen. Wenn du zusätzlich noch den DAB+‑Empfang einrichtest, laufen die wichtigsten Sender sogar ohne Internet und die aktuellen Infos beim Frühstück sind schnell gehört.

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