Fernsehen über Satellit
Standards:
DVB‑S & DVB‑S2
Zugegeben, ob beim Neubezug eines Zuhauses heute noch häufig der Aufwand für eine Satellitenanlage betrieben wird, kann man zu Recht bezweifeln. Immerhin braucht man einen Platz zur geeigneten Außenmontage der Antenne, also der "SAT‑Schüssel". Und nebenbei gesagt empfehlen wir auch dringend eine Fachkraft für diese Installation. Die Antenne muss nämlich sehr exakt ausgerichtet werden, und dafür braucht es ein Profimessgerät, wenn auch bei ungünstigen Wetterverhältnissen noch ein störungsfreier Empfang sichergestellt sein soll.
Ist Satelliten‑Direktempfang aber vorhanden, so stellt dieser Empfangsweg auch heute noch die beste Möglichkeit dar, lineares Fernsehen im Einzelhaushalt zu empfangen. Es entstehen für frei empfangbare Programme keine monatlichen Kosten, die Bildqualität ist immer so gut wie vom Veranstalter zur Verfügung gestellt, die
Latenzzeit ist gering, auch
Hörfunkempfang ist möglich und die Technik funktioniert selbst dann, wenn der Internetanschluss mal eine Großstörung haben sollte.
Mit dem kostenlosen SAT‑Empfang bekommt man die meisten Privatsender allerdings nur in
SD‑Qualität. Sollen ProSieben, RTL, SAT.1 & Co. auch in
HD‑Qualität zur Verfügung stehen, dann kann man diese über den Anbieter HD+ buchen und benötigt z. B. ein entsprechendes Modul. Auch Pay‑TV über den Anbieter Sky kann natürlich kostenpflichtig dazu gebucht werden.
Mit einem HD+‑Abo werden übrigens auch die Verschlüsselungen der
UHD-Programme von RTL und ProSiebenSat.1 sowie von der Station UHD1 by Astra freigeschaltet. Insgesamt gibt es mit zwei Sky Sportkanälen derzeit allerdings nur 5 deutschsprachige UHD‑Programme, von denen wiederum nur eine bis maximal drei Stationen gleichzeitig senden.
Leider kann man die Methode längst nicht in jeder Wohnung nutzen. Für die erwähnte Montage braucht es zwingend freie Sicht zum Satelliten. Für deutsche Programme erfolgt das über den "Astra" des luxemburgischen Anbieters SES (Société Européenne des Satellites) auf der Orbitposition 19,2° Ost, also Richtung Süden, grob 20° nach links und 20° nach oben geblickt. Die Verkabelung mit Hilfe einer Fensterdurchführung ist in der Regel kein Problem. Wenn vor dem Balkon oder der Terrasse aber ein Baum oder ein Haus im Wege ist, dann funktioniert das nicht. Wenn der Vermieter keine (andere) Fassaden- oder Dachnutzung inkl. Verkabelung erlaubt, dann ist dieser Weg leider versperrt!
Fazit: Wer eine funktionierende SAT‑Anlage hat, sollte diese ruhig weiter betreiben. Auch eine Optimierung auf HD‑Empfang durch eine Fachkraft, falls es Probleme bei einer alten Anlage geben sollte, kann sich durchaus lohnen. Natürlich kann der TV‑Empfang immer auch mit Streaming kombiniert werden. Eine Neuinstallation, falls möglich, dürfte angesichts des Aufwands und der heutigen Möglichkeiten via Internet aber nur noch für sehr "Linear‑TV‑affine" Haushalte in Frage kommen.
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