Internet über Telefonnetz

Standard: VDSL & [A]DSL

Das klassische Festnetz aus Kupferkabeln gab es zu unseren Lebzeiten schon immer. Jahrzehntelang wurden über dieses Netz ausschließlich analoge Telefongespräche übertragen. Entsprechend wurden vor der Zeit der Internet‑Router Festnetztelefone direkt an die Anschlussdosen angeschlossen.

Heute ist das in der Regel nicht mehr möglich, weil das Netz immer mehr für Daten­über­tragungen optimiert wurde und nur noch digitale Datenströme transportiert werden. Daher wird ein DSL‑fähiger Router an die TAE‑Dose (Telekommunikations-Anschluss-Einheit, siehe blauer Kasten) angeschlossen. Er leitet die Signale in geeigneter Form an Computer, Smartphones, Telefone weiter und erzeugt auch das heimische WLAN.

Ein großer Vorteil von VDSL ist, dass so gut wie alle Anbieter Anschlüsse über diese Technologie anbieten können. Das Leitungsnetz gehört zwar fast überall der Deutschen Telekom, aber durch entsprechende Verträge und Regulierungen kann der Endkunde seinen Vertragspartner frei wählen. Die Telekom leitet die Signale durch, während Tarife und Rechnungen vom gebuchten Anbieter kommen. So kannst du auf die große Angebotsvielfalt des Marktes zugreifen. Allerdings sind in der Spitze nicht so hohe Geschwindigkeiten wie bei Kabel-Internet möglich.

Während die ursprüngliche Form von DSL‑Anschlüssen heutigen Speedansprüchen kaum noch gerecht wird, wurden in den letzten Jahren diverse technische Tempo­aufrüstungen vorgenommen. So werden mittlerweile vielerorts beachtliche Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung erreicht. Wer noch einen DSL‑Altvertrag mit nur "bis zu 16 MBit" hat, sollte sich umgehend nach einem neuen Tarif oder einem anderen Anbieter erkundigen.

Allerdings ist das in die Jahre gekommene Netz damit komplett ausgereizt und bietet keine Reserve für zukünftige Anwen­dungen mehr. Zudem dürften sich größere Investitionen in dieses Netz nicht mehr lohnen, die Gelder sind sinnvoller beim weiteren Ausbau der Glasfasernetze eingesetzt. Da diese Anschluss­möglichkeit in den meisten Wohnungen vorhanden ist, lässt sich jedoch ein rascher Teilnehmeranschluss in der Regel ohne Bauarbeiten realisieren.

Fazit: Der klassische VDSL‑Anschluss versorgt zahlenmäßig noch immer mit Abstand die meisten Haushalte mit Internet. Das liegt an der fast flächendeckend verfügbaren Infrastruktur. Nur in Neubauten wird diese Anbindung meist nicht mehr gelegt, da das Kupfernetz als Auslaufmodell gilt. Für gängige Anwendungen im Privathaushalt reicht die Leistung meist aus, sofern es sich nicht um eine alte DSL‑Leitung handelt. Zukunftsfähig ist die Technologie aber definitiv nicht.

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